Die Endzeit-Reporter Von den letzten Tagen der Welt

10Mai/17

Szenendarstellung vom Buch der Offenbarung als Lebenshilfe – Teil 11

Kapitel 6 – Teil A – Szenendarstellung – Das Tier aus dem Meer

„Kabinettsmitglied beendet lähmenden Streik“, so lautete die aufreißerische Schlagzeile auf der Titelseite der „Times“.

Die Arbeitsniederlegung hatte eine schlimme nationale Krise ausgelöst, wodurch Großbritannien buchstäblich mehr als fünf Monate lahmgelegt war.

Das Problem hatte sich seit Jahrzehnten aufgebaut. Einige Gewerkschaften hatten sich zusammengeschlossen und diese „Gewerkschaft der Gewerkschaften“, wie sich diese Verschmelzung jetzt nannte, hatte die britische Wirtschaft in den Würgegriff genommen, stellte immer mehr ausgefallene Forderungen zu Gunsten der Bahnarbeiter, LKW-Fahrer, Fabrikarbeiter und der Beschäftigten in den Erdöl-Raffinerien, für die sie sich einsetzte. Die Produktion war drastisch zurückgegangen, während die Personalkosten anstiegen, was dazu führte, dass die Preise erhöht wurden, Arbeiter entlassen werden mussten und sich deswegen stark verschuldeten. Viele Unternehmen gingen bankrott, während andere sich am Rande des Konkurses bewegten.

Als die „Gewerkschaft der Gewerkschaften“ 12 % Lohnerhöhung, einen Sechs-Stunden-Arbeitstag und kostenlose Kinderbetreuung forderte, geboten die Produzenten Einhalt, was zu einem landesweiten Streik führte. LKW- ud Eisenbahn-Transporte gerieten ins Stocken. Die Benzintanks konnten nicht mehr gefüllt werden. Aufstände und Plünderungen fanden statt. Großbritannien taumelte in eine Chaos-Spirale.

An dem Tag, an dem die Krise endete, war die Lösung das Hauptthema in den BBC-Nachrichten. Der Nachrichtensprecher berichtete über die Aktion des Premierministers, bei der er die Streikenden wieder zu ihren Arbeitsplätzen rief und hohe Geldbußen verhängte, wenn sie sich weigerten. Wenn dies nicht funktionierte, mobilisierte er die Bürgerwehr, um die Aufstände zu beenden und die Ordnung wiederherzustellen. Die hohen Zahlen an Toten und Verletzten, die daraus resultierten, lösten eine weit verbreitete Feindlichkeit gegenüber dem Premierminister aus.

„Als eine Lösung unmöglich schien“, sagte der Nachrichtensprecher „bat ein unbekanntes junges Kabinettsmitglied, Judas Christopher, der Untersekretär im Handelsministerium, um Erlaubnis, sich mit den Führern der 'Gewerkschaft der Gewerkschaften' treffen zu dürfen.“ Innerhalb von drei Tagen hat er eine Lösung ausgearbeitet, von der beide Seiten profitieren würden.

„Wir haben gerade erfahren, dass Judas Christopher soeben von der Verhandlungskonferenz kommt“, fuhr der Nachrichtensprecher fort. „Wir werden deshalb zu der Reporterin schalten, die gerade vor Ort ist, zu Allison Lancaster.“

Sofort erschien Allisons Gesicht auf dem Bildschirm. Hinter ihr hatte sich beim Westminster-Palast eine Menschenmenge angesammelt. „Danke, Kent. Der Berater des Untersekretärs hat versprochen, dass uns Judas Christopher ein kurzes Interview geben wird. Und er kommt wirklich!“

Ein großer, beeindruckender Mann Anfang dreißig trat mit einem strahlenden Lächeln auf die Kamera zu. Er begrüßte Allison und die Menge mit freundlichen Worten.

„Sekretär Christopher“, sagte Allison, „was können Sie uns über die Übereinkunft sagen, die Sie in den letzten drei Tagen so wunderbar ausgehandelt haben?“

„Nun, ich werde hier jetzt nicht auf die Details eingehen; doch ich kann sagen, dass es keine Lohnerhöhungen oder kürzere Arbeitszeiten geben wird.“ Christopher sprach mit goldener Stimme, und seine Artikulation war präzise. „Stattdessen“, fuhr er fort, „haben wir einen einheitlichen Lohn in der Produktion vereinbart. Die Unternehmer haben großzügige Bonuszahlungen für all diejenigen Beschäftigten garantiert, die dazu beitragen, dass sich der Gewinn erhöht.“

Nachdem Christopher ein weiteres Siegerlächeln aufgesetzt hatte, ging er davon. Allison sprach nun wieder in die Kamera: „Obwohl über dieses junge Kabinettsmitglied nur wenig bekannt ist, scheint es so, dass er derzeit beliebter ist als der Premierminister. Nun zurück zu dir, Kent.“

Christophers erstaunlicher Erfolg brachte ihm eine große Anhängerschaft ein. Es dauerte nicht lange, bis er den Premierminister der Inkompetenz beschuldigte und ihm eine illegale Affäre andichtete. Es war nur noch eine Frage der Zeit bis die Regierung des Premierministers zusammenbrach und das Parlament Christopher mit bahnbrechenden Wahlergebnissen zum Premierminister ernannte.

Wenige Tage nach seiner Wahl sprach Christopher von seinem Büro in der Downing Street Nummer 10 zu der Nation und bot ihr wagemutige, beispiellose Lösungen im Hinblick auf die schwere Inflation an, die durch den Streik und die unkontrollierbare Wohlfahrtspolitik entstanden war. Eine anschließende Umfrage ergab eine überwältigende Zustimmung sowohl für Christopher als auch für seinen Plan.

„Ich habe so etwas noch nicht erlebt“, sagte sein Berater. „Sie haben den britischen Löwen bei seinem Schweif gepackt.“

Sicherlich würde die Politik des Premierministers Christopher eine Wende in der Wirtschaft des Landes herbeiführen und seine Position als Retter der Briten festigen. Andere Führer in ganz Europa waren in derselben Abwärtsspirale gefangen und begannen deswegen damit, seine Politik nachzuahmen. Und schon bald erholte sich die europäische Wirtschaft wieder.

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veröffentlicht unter: Lebenshilfe